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Kolumne: Die DTM verliert einen echten Helden

Mit dem Rücktritt von Audi-Pilot Mattias Ekström entsteht eine große Lücke in der DTM und ein echter Typ verlässt die DTM-Bühne - Comeback nicht ausgeschlossen

Mattias Ekström

Beim DTM-Finale 2017 in Hockenheim fiel für Mattias Ekström der letzte Vorhang Zoom

Liebe DTM-Freunde,

was war das für ein Start in die Woche! Seit Montag (29. Januar) wissen wir, dass die DTM in Zukunft ohne Mattias Ekström auskommen muss. Der Schwede verkündete bei einer Pressekonferenz im Hangar-7 seines Partners Red Bull in Salzburg seinen Rücktritt aus dem Deutschen Tourenwagen Masters. Einer der letzten verbleibenden echten Helden hängt seinen DTM-Helm an den Nagel. Schade. Denn "Eki" war ein echter Typ, der sich nicht um Sprachregelungen scherte und kein Blatt vor den Mund nahm, um seine Meinung offen zu sagen.

Der 39-jährige Audi-Pilot war nicht nur deshalb ein gern gesehener Gesprächspartner bei den Journalisten. Seine Interviewrunden waren stets gut besucht, denn der zweimalige DTM-Champion war auch immer für einen Scherz zu haben und hatte viel zu erzählen. Die Presserunden mit Ekström waren deshalb eine willkommene Abwechslung im DTM-Fahrerlager.

Die Entscheidung ist gefallen

Diese wird es so schnell nicht mehr geben. Am Montag fand die vorerst letzte Fragerunde mit Ekström zum Thema DTM statt. Als in der vergangenen Woche die Einladung zur Pressekonferenz in Salzburg im meinem E-Mail-Postfach landete, dachte ich sofort: Oh nein, Ekström tritt zurück! Nach Gesprächen mit Journalistenkollegen wurde diese Vermutung jedoch etwas relativiert und daraufhin abgeschwächt, dass der Audi-Pilot 2018 wohl seine letzte DTM-Saison in Angriff nehmen wird, um sich danach voll und ganz auf sein Rallycross-Team EKS, bei dem er in einer Doppelrolle als Teamchef und Fahrer agiert, zu konzentrieren. Von wegen!


Fotostrecke: Die DTM-Karriere von Mattias Ekström

Als ich am Montag im Hangar-7 eintraf und sah, wie viel Aufsehen um die besagte Pressekonferenz gemacht wurde, hatte ich schlagartig wieder ein ungutes Gefühl. "Ekis" Meisterautos von 2004 und 2007, sein letzter DTM-Renner aus 2017 und sein WRX-Auto wurden den Gästen in einer herrlichen Kulisse mit Bergpanorama präsentiert. Ein Rückblick in die "gute, alte Zeit". Als ich bemerkte, dass Audi-Motorsportchef Dieter Gass und Teamchef Hans-Jürgen Abt ebenfalls anwesend waren, war mir klar: Das wird keine normale Pressekonferenz! Wenn er weiter in der DTM fahren würde, würde wahrscheinlich kein derart großes Tamtam veranstaltet.

Mein Gefühl, dass der sympathische Familienvater wenig später seinen Abschied aus der DTM erklären wird, wurde dadurch eher noch verstärkt. Und so kam es auch. Um 13 Uhr verkündete Mattias Ekström seinen Rücktritt aus der DTM. Da war sie also, die Entscheidung, auf die alle monatelang gewartet haben und über die es viele Spekulationen gab.

Mehr Zeit für die Familie

Schon in der vergangenen Saison klagte "Eki" darüber, dass er durch sein Doppelprogramm in der DTM und WRX sehr wenig Zeit zuhause mit seiner Familie verbringen kann. Seit er Vater zweier Kinder, Sohn Mats (6 Jahre) und Tochter Hanna (4 Jahre), ist, sehe er viele Dinge anders - die Prioritäten hätten sich geändert, erklärt er.

Deshalb wurde eine Rücktrittserklärung bereits für das Saisonfinale 2017 in Hockenheim erwartet, für den Fall, dass Ekström dort seinen dritten DTM-Titel holt. Einfach so von der Bildfläche verschwinden wollte er nicht, sondern sich standesgemäß von seinen Fans, die ihn 17 Jahre begleitet und unterstützt haben, verabschieden.

Nicht nur bei den Journalisten ist der Mann aus dem schwedischen Falun sehr beliebt, sondern auch bei den DTM-Anhängern. Was nicht nur an den vielen "Eki"-Kappen und langen Schlangen bei Autogrammstunden zu erkennen waren. Auch sie werden den "alten Schweden" wohl sehr vermissen.

Eine DTM ohne Ekström ist kaum vorstellbar

Als Ekström also seine für alle DTM-Fans traurige Entscheidung verkündete, herrschte eine bedrückte Stimmung unter den Anwesenden im Hangar-7 und dem Schweden war anzumerken, wie schwer ihm diese gefallen ist. Eine DTM ohne ihn ist kaum vorstellbar, schließlich hat er die deutsche Tourenwagenserie in den vergangenen Jahren sehr geprägt.

2001 kam der damals 22-Jährige als Rookie zu Audi und fuhr gegen große Namen wie Bernd Schneider, Klaus Ludwig und Uwe Alzen - echte Typen mit Ecken und Kanten. Ekström bezeichnete sich selbst als damals eher "langweilige und unscheinbare" Person. Nach dem Rücktritt eben jener Helden war Ekström neben Gary Paffett einer der wenigen verbleibenden Typen in der DTM, die schon mal offen sagten, wenn ihnen etwas nicht passt. Oftmals sehr zum Leidwesen ihrer Pressesprecher, die die oben genannten Sprachregelungen formulierten.

195 Rennen, zwei DTM-Meisterschaften, vier Vizemeister-Titel, 23 Siege, 77 Podestplätze und 20 Pole-Positions später hängt Ekström nun seinen Helm an den Nagel - vorerst. "Man sieht sich im Leben immer zweimal", sagt er mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht und deutet ein mögliches DTM-Comeback an. Irgendwann. Wenn es in der DTM "endlich richtig geile Autos ohne Flicks, Flaps, Sensoren und anderen Schnickschnack gibt, dann überlege ich es mir vielleicht noch einmal", verspricht er. Hoffentlich.

Ekström hinterlässt eine große Lücke in der DTM. Diese zu füllen wird schwierig - schier unmöglich. Denn am Montag verlor die DTM einen echten Helden.

Servus Eki! Es war eine schöne Zeit!

Viele Grüße,
Julia Spacek

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