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"Rolling Road" im neuen Sauber-Windkanal montiert

25. Juli 2003 - 11:29 Uhr

Der nächste große Schritt der Bauarbeiten am Windkanal des Sauber-Teams ist geschafft: Die "Rolling Road" ist bereit

Die Turbine in Saubers Windkanal
Die Turbine in Saubers Windkanal mit 3000 kW Leistung
© Sauber

(Motorsport-Total.com) - Die Arbeiten am neuen Sauber-Windkanal laufen nach Plan. So wurde bereits dessen Herzstück montiert: die mit einem Stahlband ausgerüstete "Rolling-Road", mit der die relative Geschwindigkeit zwischen Auto und Strasse simuliert wird. Es handelt sich dabei um das größte Exemplar dieser Art, das je hergestellt wurde. Zudem plant Sauber, durch einen kontinuierlichen Ausbau der Aerodynamik-Abteilung die Basis für einen Zweischicht-Betrieb in der neuen Anlage zu schaffen.

Hergestellt wurde die Rolling Road von der Firma MTS Systems Corporation mit Sitz in Minneapolis/USA. Sie wurde per Schiff nach Antwerpen und von dort mit einem Spezialtransporter nach Hinwil gefahren. Im wahrsten Sinne des Wortes kein leichtes Unterfangen, wiegt doch die komplette Rolling Road nicht weniger als 57 Tonnen. Sie bildet den Kern des Sauber-Windkanals, der einen Vergleich mit den modernsten Anlagen in der Formel 1 nicht zu scheuen braucht.

Es handelt sich um einen geschlossenen Kreislauf, der bei der Messplattform einen Querschnitt von mehr als 15 Quadratmetern aufweist. Weil die Messstrecke zudem auch außergewöhnlich lang ist, können Originalfahrzeuge bis zur Größe eines Vans gemessen werden. Im Normalfall werden die Sauber-Aerodynamiker mit 60-Prozent-Modellen arbeiten, wenn nötig jedoch auch Messungen an Formel-1-Fahrzeugen in Originalgröße vornehmen.

Eine Besonderheit des Sauber-Windkanals ist die Möglichkeit, zwei 60-Prozent-Modelle hintereinander zu messen, um so den Einfluss von Luftverwirbelungen zu untersuchen. Untergebracht ist der Windkanal in einem Gebäude, das eine Länge von 65 Metern, eine Breite von 50 Metern und eine Höhe von 17 Metern aufweist.

Ein Ventilator, der eine Maximalleistung von 3000 kW aufnimmt, beschleunigt die Luft bis auf knapp 300 km/h, und das Stahlband rotiert entsprechend mit derselben Geschwindigkeit. Um Seitenwindeinwirkungen auf das Fahrzeug zu simulieren, kann die ganze Plattform der Rolling Road um bis zu zehn Grad gedreht werden. Das Modell selbst ist mit dem so genannten "Model Motion System" verbunden, mit dem alle in der Realität auftretenden Bewegungen des Autos simuliert und gleichzeitig die aerodynamischen Kräfte gemessen werden können.

"Die Aerodynamik spielt die wichtigste Rolle bei modernen Formel-1-Rennwagen. Umso bedeutender ist es für uns, diese topmoderne Anlage zu bauen. Ich bin überzeugt, dass wir damit ein erstklassiges Werkzeug besitzen werden, um entscheidende Fortschritte erzielen zu können", blickt Sauber-Petronas-Teamchef Peter Sauber zuversichtlich nach vorne.

Um die Möglichkeiten der neuen Anlage voll ausschöpfen zu können, plant Sauber, die Kapazität im gesamten Aerodynamik-Bereich auszubauen. Während man heute auf rund 2400 Windkanalstunden pro Jahr limitiert ist, soll diese Zahl durch die Einführung eines Zweischichtbetriebs in der neuen Anlage verdoppelt werden. Basis dafür ist eine entsprechende Aufstockung des Personals. Dazu Peter Sauber: "Um das angestrebte Ziel zu erreichen, ist es vorgesehen, unser Aerodynamik-Team auf allen Ebenen zu vergrößern."

Wenn die Arbeiten weiterhin nach Plan laufen, wird die Anlage Mitte Dezember technisch fertig gestellt sein, so dass dann mit der Kalibrierung begonnen werden kann. Diese wird rund drei Monate in Anspruch nehmen. Die ersten Messungen können also in etwa zeitgleich mit dem Start der Formel-1-Saison 2004 durchgeführt werden.