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Mosley warnt vor tödlichen Unfällen

28. September 2004 - 10:29 Uhr

Der FIA-Präsident will die Hersteller endlich auf seine Seite ziehen, weil er um die Sicherheit im Motorsport fürchtet

Max Mosley
Hat es mit den Herstellern nicht leicht: FIA-Präsident Max Mosley
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In der Diskussion um ein neues Reglement gibt es im Wesentlichen zwei Seiten: Einerseits kämpft die FIA unter der Führung von Präsident Max Mosley radikal für mehr Sicherheit und geringere Kosten, andererseits verfolgen die Automobilhersteller zwar dieselben Ziele, doch mit wesentlich geringerer Kompromissbereitschaft. Einigung gibt es noch keine.

Weil die Zeit drängt und speziell Mercedes in den vergangenen Wochen wenig Bereitschaft zum Abweichen vom bezogenen Standpunkt signalisiert hat, wählt Mosley nun scheinbar drastischere Methoden, um noch mehr Druck ausüben zu können. In einem Interview mit dem britischen 'Independent' warnte er in besonders dramatisch gewählten Worten vor möglicherweise tödlichen Unfällen in der Formel 1, deren Risiko es zu vermindern gilt.

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Dabei verwies er auch auf eine schwarze Stunde des Motorsports: "In Le Mans wurden 1955 mehr als 80 Menschen getötet, als ein Mercedes-Benz in die Tribüne gegenüber den Boxen flog. Ein paar Stunden später war die Stelle wieder voll mit Leuten, die im Blut jener Menschen standen, die zuvor umgebracht worden waren. So etwas kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Alles würde gestoppt und es würde eine große Untersuchung geben. Die Gesellschaft hat sich verändert."

"Die Vorstände der Hersteller sollten sich gut überlegen, ob sie gegen uns prozessieren wollen. Sie sollten ihre gewaltigen finanziellen Ressourcen nicht dafür aufwenden, eine unabhängige Sporthoheit wie uns dazu zu zwingen, etwas entgegen unserer Überzeugung als ungefährlich einzustufen. Wir machen uns nicht nur um die Fahrer und Streckenposten Sorgen, sondern auch die Menschen auf den Tribünen haben ein Anrecht darauf, dass wir in Sachen Sicherheit alles Mögliche unternehmen", ergänzte er.

Während die Hersteller Eingriffe in die Aerodynamik und ein neues Reifenreglement ohne weiteres hinnehmen wollen, dreht sich im Streit um die von der FIA vorgeschlagenen Änderungen alles um die Motorenfrage - Mosley will 2,4-Liter-V8-Triebwerke, während sich speziell BMW und Mercedes so eine Formel überhaupt nicht vorstellen können. Das Gegenargument, das vorgebracht wird: Es würden erstens keine Kosten gespart und zweitens würde so die technische Herausforderung verloren gehen.