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Qualifying: Bleibt auch 2006 alles beim Alten?

22. August 2005 - 16:19 Uhr

Zwar sind sich alle einig, dass das Qualifying geändert werden sollte, laut Ron Dennis ist es für die Saison 2006 aber schon zu spät

Ron Dennis
Ron Dennis glaubt, dass es für ein neues Qualifying inzwischen schon zu spät ist
© West

(Motorsport-Total.com) - Bei allen Streitigkeiten in der zukünftigen Gestaltung der Formel 1 sind sich zumindest in einem Punkt alle einig: Das Qualifying muss geändert werden! Doch weil gut ein halbes Jahr vor Beginn der Saison 2006 noch immer kein neuer Modus feststeht, könnte am Ende das derzeitige Einzelzeitfahren in einer nur geringfügig angepassten Version beibehalten werden.

Diese Befürchtung äußerte am vergangenen Wochenende zumindest McLaren-Teamchef Ron Dennis. Nach Ansicht des Briten ist es inzwischen schon zu spät, um von einem strategischen Qualifying mit Rennbenzin auf eine Session mit minimaler Benzinmenge umzustellen, weil die Designer der Königsklasse längst die Konzepte für kommende Saison ausgetüftelt haben und diese nicht mehr einfach so umgestoßen werden können.

"Wir haben den Punkt verpasst, an dem wir unseren Designern hätten sagen können, dass sie die Tankkapazität so auslegen sollen, dass ein Qualifying mit wenig Benzin möglich ist", erklärte Dennis in Istanbul gegenüber Journalisten. "Es gibt totale Übereinstimmung darin, dass wir das Qualifying verbessern können, aber die wirkliche Lösung wird dann erst das gesamte Paket bringen, welches wir für 2008 planen."

Außerdem warnte er vor überhasteten Änderungen um jeden Preis, da das aktuelle Format schließlich auch für "einige feine Rennen" gesorgt habe, weil derzeit in der Startaufstellung nicht automatisch die schnellsten Autos vorne stehen, sondern gelegentlich auch solche, die am wenigsten Benzin im Tank haben: "Wir müssen darauf achten, dass wir mit einem Kippen des Qualifyings nicht die Zutaten herausnehmen, die für aufregende Rennen sorgen", sagte Dennis.

Fest steht allerdings, dass nächstes Jahr die skurrile Regel, wonach der erste Ausgeschiedene beim nächsten Qualifying als Erster auf die Strecke gehen muss, abgeschafft wird. Vor allem die Topteams sind davon herzlich wenig angetan, weil man sich so mit einem Ausfall gleich zwei Rennen vermasseln kann. Bekanntlich hat der erste Fahrer im Qualifying wegen schlechterer Streckenbedingungen einen Nachteil von bis zu einer Sekunde gegenüber den letzten Startern.