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Istanbul: Massa trotz dreier Dreher Schnellster

09. Mai 2008 - 10:33 Uhr

In einer von rutschigen Bedingungen geprägten Eröffnungssession in der Türkei setzte sich Felipe Massa vor den beiden Silberpfeilen durch

Felipe Massa
Felipe Massa liebt Istanbul und war auch heute Morgen knapp Schnellster
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Es ist ja durchaus nicht ungewöhnlich, dass sich die Teams am Freitagmorgen erst einmal Zeit lassen, bevor sie auf die Strecke geben, aber die - zum Glück nicht allzu zahlreich erschienenen - Fans in Istanbul wurden heute schon arg auf die Folter gespannt: Erst nach etwa 45 der 90 ersten Minuten dieses Wochenendes nahm die Formel 1 so langsam ihren Betrieb auf!

Dafür verantwortlich war aber nicht etwa die Faulheit der Protagonisten oder regnerisches Wetter, sondern eine peinliche Fehleinschätzung der Veranstalter: "Es ist ein Saubermachlaster rumgefahren, der einen Streifen Wasser mitten auf der Spur gelassen hat. Da bringt es nicht viel, wenn man fährt. Das Problem ist, dass es recht kalt ist, wenig Wind und keine Sonne hat. Da trocknet die Strecke nicht ab", ärgerte sich Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 2,044/20 Runden), der 13. wurde.

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Keinen Reifensatz verschwenden

Als nach und nach immer mehr Fahrer rausgingen, trockneten die feuchten Stellen dann sehr schnell ab, aber natürlich wollte zunächst niemand den Saubermacher für die Konkurrenz spielen, denn: "Man geht womöglich in die falsche Richtung mit dem Setup, wenn man bei solchen Bedingungen zu früh auf die Strecke geht", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Außerdem verschwendet man damit einen Reifensatz."

Immerhin ging es dann ja doch noch los - aber zunächst einmal folgte auf der rutschigen Strecke ein Dreher nach dem anderen, weil der Asphalt noch nicht wirklich griffig war. So schön langsam besserten sich die Bedingungen jedoch und nach Ablauf der Zeit hatte mit Felipe Massa (Ferrari/1:27.323 Minuten/16 Runden) der Istanbul-Sieger der beiden vergangenen Jahre die Nase vorne - wohlgemerkt nach drei Drehern beziehungsweise Ausritten!

Zweiter wurde der genesene Finne Heikki Kovalainen (17 Runden) mit 0,133 Sekunden Rückstand - und zwar auf den weicheren Reifen, die der McLaren-Mercedes-Pilot am Ende genau wie Timo Glock (10./Toyota/+ 1,780/19 Runden) probeweise aufziehen ließ. Lewis Hamilton (+ 0,429/15 Runden) rundete das solide Silberpfeil-Ergebnis ab, auch wenn Ferrari - wie so oft am Freitagmorgen - wieder etwas stärker wirkte.

Ferrari nicht ohne Probleme

Nick Heidfeld
Nick Heidfeld war recht flott unterwegs und fuhr gleich mal in die Top 10
© xpb.cc

Allerdings lief auch bei den Roten nicht alles rund, denn Weltmeister Kimi Räikkönen drehte gerade einmal drei Runden, hatte 3,409 Sekunden Rückstand - weil sein Ferrari einem Generalumbau unterzogen werden musste, offenbar wegen eines Getriebeproblems. Rechtzeitig vor dem zweiten Freien Training soll ein neues Getriebe eingebaut werden, sodass sich der Schaden für den Rest des Wochenendes in Grenzen halten müsste.

Den Aufwärtstrend von Barcelona bestätigen konnte indes Fernando Alonso (Renault/+ 0,961/16 Runden) als Fünfter, zumal auch sein Teamkollege Nelson Piquet Jr. (9./+ 1,759/23 Runden) solide abschnitt. Kazuki Nakajima (6./Williams-Toyota/+ 1,679/19 Runden) war neuerlich schneller unterwegs als Rosberg und Nick Heidfeld (7./BMW Sauber F1 Team/+ 1,701/21 Runden) nistete sich für einen Freitagmorgen ungewöhnlich weit vorne ein.

Die Zeiten zu bewerten, ist nach 90 Minuten wie immer denkbar schwierig, aber zumindest sind die befürchteten Reifenprobleme bisher nicht eingetreten. Und noch etwas fiel - aus deutscher Sicht leider - auf: Der alte Toro-Rosso-Ferrari verliert im Vergleich zur Konkurrenz anscheinend immer mehr an Schlagkraft, sodass sich die beiden "Super-Sebs" Bourdais (+ 3,065/19 Runden) und Vettel (+ 3,103/21 Runden) mit den letzten Plätzen vor Räikkönen begnügen mussten.

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