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Glock im Glück: Nur blaue Flecken

21. Juli 2008 - 13:51 Uhr

Timo Glock fühlt sich nach seinem Unfall wieder gut: "Habe schon wieder Hunger" - Bergung wirft Fragen auf - Suche nach Unfallursache läuft

Timo Glock
Timo Glock hat sich bei seinem schweren Unfall nur blaue Flecken geholt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Der Schock war groß, die Erleichterung über den glimpflichen Verlauf noch größer: Nach dem spektakulären Unfall des deutschen Formel-1-Piloten Timo Glock auf dem Hockenheimring hat sich eine Debatte um die Sofortmaßnahmen entzündet. Die Bergung und die Ursache des offenbar durch einen Materialfehler verursachten Crashs beim Großen Preis von Deutschland hat Fragen aufgeworfen.

Passiert ist aber nichts: Bereits am heutigen Montagmorgen konnte der 26-Jährige aus Wersau nach einer Nacht in einer Ludwigshafener Klinik schon wieder entlassen werden und dürfte bei den Toyota-Testfahrten in Jerez von Dienstag bis Freitag sogar wieder hinterm Steuer sitzen.

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"Es geht ihm ausgesprochen gut. Er ist schon wieder gut drauf", sagte Glock-Manager Hans-Bernd Kamps. Bei den Untersuchungen seien keinerlei Verletzungen festgestellt worden. Glock im Glück - er kam mit ein paar blauen Flecken davon.

Lauda: "Das darf nicht passieren!"

"So einen Materialfehler muss man vorher finden."
Niki Lauda

Der Unfall sorgt dennoch für Aufregung. "Er hat Riesenglück gehabt. Es hätte sehr viel schlimmer werden können. Das mit der Aufhängung darf nicht passieren. So einen Materialfehler muss man vorher finden", schimpfte 'RTL'-Experte und Ex-Rennfahrer Niki Lauda, der in seiner aktiven Karriere auf dem Nürburgring selbst schwer verunglückt war und sich dabei noch heute sichtbare schwerste Verbrennungen im Gesicht zugezogen hatte.

Glock blieb unverletzt, war bei seinem rückwärtigen Einschlag in die Boxenmauer aber im Glück. Die 'Bild'-Zeitung zitierte den Bruchpiloten mit den Worten: "Mir geht es gut. Ich habe schon wieder Hunger."

Timo Glock
Timo Glock nach dem Einschlag in die Boxenmauer in seinem Toyota
© xpb.cc

Für den dreimaligen Weltmeister Lauda stand fest: "Hinten sind Motor und Getriebe. Deshalb wird der Rückwärts-Aufprall brutal hart. Man zieht sich mindestens Prellungen zu." Über Schmerzen im Lendenwirbelbereich habe Glock geklagt, berichtete Vater Karl, doch eine Schädigung des Rückgrats war nicht festzustellen.

Bei dem deutschen Toyota-Pilot war eingangs der Start-Ziel-Geraden offenbar die Radaufhängung hinten rechts gebrochen. Bei knapp 200 km/h brach der Bolide aus und schleuderte quer über die Strecke in die Mauer. Fünf Runden lang fuhr fortan das Safety-Car vor dem Feld her. Toyota will die Analyse des Unfalls abwarten, ehe man die genaue Ursache benennt.

Ohne Sitzschale geborgen

"Wir wollen uns mit ihnen darüber unterhalten, wie der Fahrer aus dem Cockpit geborgen wurde."
John Howett

Dass Glock danach aber aus dem Wrack kletterte und nicht mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen geborgen wurde, sorgte für Zündstoff. "Wir wollen uns mit ihnen darüber unterhalten, wie der Fahrer aus dem Cockpit geborgen wurde. Beschweren werden wir uns aber nicht", sagte Toyota-Teampräsident John Howett gegenüber 'Motorsport-Total.com', merkte jedoch an: "Normalerweise holen sie ihn mit der Sitzschale raus." Denn ob Glock tatsächlich keinen Schaden an der Wirbelsäule genommen hatte, war unmittelbar nach dem Unfall ungewiss.

Geschützt haben dürfte ihn die mittlerweil hohe Sicherheit der Formel-1-Boldien. Schlimmeres verhindert hatten die hohen Sicherheitsvorkehrungen auch beim Polen Robert Kubica in der Vorsaison in Montreal, als dieser mit hoher Geschwindigkeit in eine Mauer gekracht war, dabei aber ebenfalls unverletzt blieb.

Wie damals bei dem BMW Sauber F1 Pilot wird nun voraussichtlich auch bei Glock von den FIA-Ärzten entschieden werden, ob er beim kommenden Rennen starten darf. Üblicherweise findet dieser Test am Donnerstag vor einem Grand Prix statt. Bei Toyota ist man aber sehr zuversichtlich, dass der Deutsche auch beim Großen Preis von Ungarn wieder in seinem Dienstwagen sitzt. Glück gehabt.

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