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Renault bläst zum Sturm auf Platz vier

09. September 2008 - 16:57 Uhr

Nach der starken Performance von Fernando Alonso in Spa-Francorchamps will Renault den Abstand zu Toyota in Monza weiter verkürzen

Fernando Alonso
Fernando Alonso sagt Toyota im Alleingang den Kampf um Platz vier an
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Das Renault-Team hatte am vergangenen Sonntag in Spa-Francorchamps zwar viel Glück, dass Fernando Alonsos später Wechsel auf Regenreifen nicht bestraft wurde, sondern er trotzdem knapp vor Sebastian Vettel ins Ziel kam, aber das ändert nichts an der grundsätzlich starken Performance. Alonso wurde verdienter Vierter und war hinter den beiden Topteams eigentlich die dritte Kraft.

Es sei "ein aufregender Grand Prix" gewesen, so Alonso: "Nach dem Start war die Piste hier und da noch etwas feucht, aber ich bin hervorragend aus den Blöcken gekommen und konnte mich schnell auf der vierten Position festsetzen. Diese verteidigte ich trotz des einsetzenden Regens bis ins Ziel. Das hat uns fünf WM-Punkte eingebracht - im Hinblick auf die Konstrukteurs-WM ein wichtiges Resultat. Zudem haben wir bewiesen, dass unser R28 aktuell das drittschnellste Formel-1-Auto ist."

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Vorfreude auf Monza

"Echte Rennfahrer mögen alles, was flott ist."
Fernando Alonso

Mit "Position vier verteidigt" ist freilich nur die halbe Wahrheit erzählt, denn der zweifache Weltmeister lag hinter den Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Felipe Massa an vierter Stelle, als er zum Reifenwechsel an die Box kam, doch er fällte seinen Entschluss später als Nick Heidfeld und wurde daher vom Deutschen einer möglichen Podiumsplatzierung beraubt. Im Nachhinein ist das aber egal, denn jetzt steht das für ihn "einzigartige" Autodrom in Monza auf dem Programm.

"Dort geht es schnell zu - und echte Rennfahrer mögen alles, was flott ist", so Alonso. "Die ersten paar Runden in Monza fühlen sich immer etwas komisch an, da die Autos über sehr wenig aerodynamischen Abtrieb verfügen und sich entsprechend leicht anfühlen. Deswegen stellen die schikanenhaften Kurvenkombinationen für uns auch eine so große Herausforderung dar. Diese Strecke ist sehr speziell und charismatisch, die Atmosphäre mit den total begeisterten italienischen Fans außergewöhnlich - ich freue mich bereits drauf!"

"Nach Monza stehen noch vier Überseerennen in Asien und Südamerika auf dem Programm. Da wäre es schön, wenn wir in Italien noch weitere WM-Punkte einfahren könnten, damit wir für die Schlussattacke in der Meisterschaft gut gerüstet sind", meinte er weiter. "Wir haben vor drei Wochen noch in Monza getestet, alles lief problemlos - was mit anderen Worten heißt: Wir fühlen uns für das bevorstehende Rennen gut gerüstet. Die Aerodynamik wird den Ausschlag geben, am Freitag müssen wir die beiden zur Verfügung stehenden Reifenoptionen sorgfältig miteinander vergleichen."

Alonso fordert Toyota heraus

Alonsos großes Saisonziel ist, Renault zu Platz vier in der Konstrukteurs-WM zu verhelfen. Dafür müssen in fünf Rennen fünf Punkte Rückstand auf Toyota aufgeholt werden. Den Anfang will der Spanier schon am kommenden Wochenende machen: "Mit dieser Erwartungshaltung reise ich gen Italien." Von der Papierform her wird das aber schwierig, weil der Renault-Motor nicht zu den besten V8-Aggregaten im Feld zählt.

Trotzdem: "Wir haben es uns ganz klar zum Ziel gesetzt, die Saison auf dem vierten Rang in der Konstrukteurs-WM zu beenden. Um dies zu erreichen, werde ich alles geben, was in meiner Macht steht. Das Duell zwischen uns und Toyota ist sehr eng, das geht schon seit Jahresbeginn so. Es könnte auf jeden einzelnen WM-Punkt ankommen. Noch stehen uns fünf Rennen bevor, noch liegen wir fünf Zähler zurück, und noch haben wir alle Chancen."

Enttäuschung über Ausfall in Belgien

"Ich liebe Spa."
Nelson Piquet

Im Idealfall wird zur Aufholjagd auch Nelson Piquet beitragen, doch der Alonso-Teamkollege hat - abgesehen von seinem glücklichen zweiten Platz in Hockenheim - bisher wenig gezeigt, steht auch unter Druck, sein Cockpit zu verlieren, wie man hört. Mit seinem Unfall in Spa-Francorchamps dürften die Chancen weiter gesunken sein. Piquet: "Ich liebe Spa und war deshalb extrem enttäuscht, dass ich den Grand Prix nicht zu Ende fahren konnte."

"Nach einem schwierigen Qualifying entschieden wir uns für eine Einstoppstrategie. Ich hatte einen guten Start, konnte wegen meiner relativ schweren Treibstoffladung die Konkurrenten um mich herum aber nicht halten. Schließlich unterlief mir ein Fehler und ich landete im Reifenstapel. Schade, denn ich hätte durchaus die Punkteränge erreichen können. Vor allem die turbulenten Ereignisse während der letzten Runde hätten uns vielleicht in die Karten gespielt", so der Brasilianer.

In Monza ist er bereits gefahren: "Das erste Mal im vergangenen Jahr und zuletzt vor drei Wochen. Diese jüngsten Testfahrten in Monza sind für mich und das Team sehr wertvoll, weil wir erfahren konnten, wie sich der R28 mit niedrigem Abtriebsniveau verhält. Ich sammelte dabei wertvolle Erfahrungen, wie es ist, unter diesen Bedingungen zu fahren. Das sollte mir helfen, schnell zurechtzukommen, wenn wir am Freitag ins Freie Training starten", meinte er.

Monza keine von Piquets Lieblingsstrecken

Nelson Piquet
Youngster Nelson Piquet gerät bei Renault zunehmend unter Druck
© xpb.cc

Und weiter: "Es gibt einige Strecken, auf die ich mich immer wieder freue. Spa-Francorchamps und Silverstone zum Beispiel. Monza gehört nicht unbedingt dazu. Aber ich finde den Kurs sehr interessant, denn er ist einzigartig und stellt eine Herausforderung für die Fahrer dar. Er hat sich deshalb seinen Platz im Kalender verdient. Außerdem herrscht in Monza immer eine ganz spezielle Atmosphäre", gab Piquet zu Protokoll.

"Ich will besser abschneiden als in Spa, aber das versteht sich wohl von selbst", ergänzte er. "Das Qualifying spielt eine wichtige Rolle. Ich hoffe, den dritten Durchgang zu erreichen, um eine gute Basis zu legen, von der aus wir das Rennen mit einer konventionellen Strategie angehen und die Punkteränge ins Visier nehmen können. Ich möchte dem Team helfen, den vierten Rang in der Konstrukteurs-WM zu erreichen. Von daher ist es wichtig, WM-Zähler zu sammeln."

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