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Wann schlägt die Stunde der nächsten Generation?

11. September 2008 - 23:32 Uhr

Mit dem Barbossapreis endet die Sommerpause der Langstreckenmeisterschaft - Timo Bernhard als Gaststarter mit von der Partie

Timo Bernhard
Werksfahrer Timo Bernhard wird auf dem Nürburgring an den Start gehen
© VLN

(Motorsport-Total.com) - Die Sommerpause der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring neigt sich dem Ende zu. Nach sieben Wochen beschaulicher Ruhe in der "Grünen Hölle" dröhnen am kommenden Samstag endlich wieder die Motoren. Der 40. ADAC-Barbarossapreis läutet das letzte Saisondrittel der Breitensportserie ein. Mehr als 210 Nennungen sind für den siebten von neun Läufen eingegangen. "Das ist für unsere Veranstaltung ein neuer Rekord", freut sich Günther Spann, Vorsitzender des veranstaltenden MSC Sinzig.

Die Beliebtheit der Nordschleifenserie wächst auch im 32. Jahr nach ihrer Gründung. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Vielzahl neuer Topfahrzeuge, die um den Sieg kämpfen. Audi, Corvette, Ferrari und Co. schicken sich an, die Porsche-Dominanz an der Spitze des Feldes zu brechen. Zwar haben die Zuffenhausener einen ordentlichen Entwicklungsvorsprung, die Konkurrenz schläft jedoch nicht und es drängt sich die Frage auf: Wann schlägt die Stunde der nächsten Generation?

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Stefan Kissling und Hannu Luostarinen haben mit der Chevrolet Corvette des Kissling-Teams beim letzten Lauf gezeigt, in welche Richtung die Entwicklung geht. Sieben Renneinsätze hat das Duo mit dem bulligen US-Sportler aus der Eifel bestritten. Beim Sechs-Stunden-ADAC-Ruhrpokalrennen verpasste das Team das Podium mit Platz vier nur knapp.

Kinderkrankheiten bei Oppermann/Altenbach

Ganz so weit sind Jürgen Oppermann und Otto Altenbach mit ihrem Ferrari 430 GT2 noch nicht. Nach zwei Rennen auf der 24,433 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring-Kurzanbindung und Nordschleife sind die beiden Altmeister von den Rundenzeiten her auf dem richtigen Weg. Allerdings ist es um die Zuverlässigkeit des Ferrari noch nicht besonders gut bestellt. Oppermann/Altenbach haben mit Kinderkrankheiten zu kämpfen und schieden zuletzt mit einer defekten Antriebswelle aus. Die vielbeachtete Premiere des spektakulären Audi R8 von Michael Düchting, Dennis Rosteck und Horst von Saurma beim Sechs-Stunden-Rennen endete nach nur sieben Runden ebenfalls aufgrund einer defekten Antriebswelle - gut Ding will Weile haben.

Auch wenn sie nicht zur nächsten Generation zählen, konnten beim Sechs-Stunden-Rennen zwei Teams auftrumpfen, die trotz leistungsmäßiger Defizite mit fahrerischen Höchstleistungen jederzeit für einen Podiumsrang gut sind. Claudia Hürtgen und Stian Sorlie fuhren bei wechselnden Witterungsbedingungen im BMW Z4 M Coupé von Schubert mit konstant schnellen Rundenzeiten und der richtigen Strategie auf den hervorragenden zweiten Platz. Dahinter kämpften sich Andreas und Ralf Schall und Volker Strycek mit dem betagten Opel Astra V8 Coupé aus der DTM bis auf Rang drei nach vorne.

Die Porsche-Fraktion hat das Zepter noch in Händen, allen voran Manthey. Der Rennstall aus Meuspath am Nürburgring sicherte sich beim Sechs-Stunden-Rennen den vierten Saisonsieg. Beim 40. ADAC-Barbarossapreis wird die Stammbesetzung im Porsche 911 GT3 RSR, Marcel Tiemann und Arno Klasen, von Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard unterstützt.

Im neu aufgebauten Porsche des Land-Teams greifen beim siebenten Lauf Marc Basseng und Frank Stippler ins Lenkrad. Das erfolgverwöhnte Team aus dem Westerwald hat Nachholbedarf, denn in den letzten beiden Jahren war Land mit jeweils fünf Siegen die erfolgreichste Porsche-Equipe der Meisterschaft. 2008 trugen sich Basseng und Johannes Stuck erst einmal in die Siegerlisten ein. Stuck Jr., der beim Sechs-Stunden-Rennen einen schweren Unfall erlitt, ist wieder vollkommen genesen. Beim Barbarossapreis wird er jedoch "aufgrund von Verpflichtungen in seinem Studium" nicht an den Start gehen, so Teamchef Wolfgang Land.

Führungsduo in der Meisterschaft nach Lapsus gesprengt

Das bislang in der Meisterschaft führende Fahrerduo Andri Kruglik und Alexji Mochanov ist nach einem Lapsus beim Sechs-Stunden-Rennen gesprengt. Die beiden Ukrainer fuhren beim Saisonhighlight zusammen mit Ralph Martin auf zwei Ford Fiesta ST. Mochanov entschied sich in Sachen Wertung für das falsche Fahrzeug, der sechste Lauf wurde für ihn nach nur einer Runde zur Nullnummer. Er hat jedoch nach wie vor Titelchancen. Mit vier Klassensiegen und noch drei ausstehenden Rennen könnte sich das Blatt für Mochanov noch zum Guten wenden, denn bei neun Rennen in der Saison 2008 werden die besten sieben Ergebnisse zur Wertung herangezogen.

Auf den weiteren Positionen folgen Honda-Pilot Andreas Mäder auf Rang zwei sowie Matthias Unger und Alexander Böhm, die mit dem Black-Falcon-BMW aktuell Platz drei innehaben. Die Spitze liegt augenscheinlich sehr dicht beieinander, aufgrund der beiden Streichergebnisse können jedoch noch Teams nach vorne gespült werden, die heute niemand auf der Rechnung hat. Dazu zählen unter anderem die amtierenden Meister Jürgen und Heinz-Otto Fritzsche und Marco Wolf. Wenn das Trio noch dreimal hoch punktet, wird die Titelentscheidung zum komplexen Rechenspiel. Beim Barbarossapreis, der aufgrund der Youngtimer-Trophy im Rahmenprogramm ausnahmsweise um 11:30 Uhr gestartet wird, werden weitere Variablen dieser Rechnung eliminiert.

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