• 08.04.2017 17:16

  • von Juliane Ziegengeist & David Emmett

Michelin zieht vierten Vorderreifen zurück - zu wenig Testzeit

Er sollte Valentino Rossi dabei helfen, mehr Vertrauen für das Vorderrad zu finden, doch weil die Zeit zum Testen zu knapp ist, hat Michelin die Notbremse gezogen

(Motorsport-Total.com) - Rolle rückwärts bei Michelin: Als Reaktion auf die Beschwerden einiger Fahrer wollte der Reifenhersteller in Argentinien eigentlich einen zweiten weichen Vorderreifen in der Version von Valencia 2016 zur Verfügung stellen - eigentlich. Denn nachdem der Pneu am Freitag wegen Lieferschwierigkeiten nicht getestet werden konnte, zog Michelin die Version kurzerhand wieder zurück. Sie wird folglich nun gar nicht mehr zum Einsatz kommen.

Titel-Bild zur News: Michelin

In Argentinien wird die "ältere" Version des weichen Vorderreifens doch nicht getestet Zoom

Dieser Entscheidung war laut 'crash.net' ein Treffen der Sicherheitskommission vorausgegangen, in dem sich die Fahrer gegen die zusätzliche Reifenoption in Termas de Rio Hondo ausgesprochen hätten. Die drei zur Verfügung gestellten Mischungen des Vorderreifens seien Auswahl genug, eine vierte Variante würde nur Verwirrung stiften statt zu helfen, so der allgemeine Tenor. Es fehle vor allem genug Zeit zum Testen.

Insgesamt stehen den Fahrern in Argentinien sowohl vorn als auch hinten jeweils drei verschiedene Gummimischungen zur Verfügung, die während der Trainings alle durchgetestet wurden, um eine hinreichend verlässliche Entscheidung für das Rennen zu treffen. "Es gibt jetzt schon so viele Mischungen, dass ich ganz durcheinander komme", scherzte Yamaha-Pilot Maverick Vinales über die Auswahl.


MotoGP in Termas de Rio Hondo

Nach den Trainings, die der Spanier mit seiner Bestzeit vom Freitag weiter anführt, geht er als Favorit auf die Pole-Position ins Rennen. Dennoch gibt auch er zu: "Ich habe den weichen Vorderreifen probiert. Der war nicht schlecht, aber bei hohen Temperaturen hat es sich viel bewegt. Ich bin ein ganzes Training damit gefahren. Aufgrund ein, zwei harter Bremspunkte hast du mit dem weichen Reifen stärkere Bewegung."

Ob der "ältere" Reifen dieses Problem gelöst hätte, wird in Argentinien offen bleiben. Er verfügt über eine härtere, etwas steifere Karkasse und soll den Fahrern ein besseres Gefühl für das Vorderrad geben. Diese Konstruktion hätte es aber nur mit der weichen Gummimischung gegeben und wäre für Teams wie etwa Honda deshalb als Rennoption ohnehin nicht in Frage gekommen. In Austin soll ein neuer Versuch gewagt werden.