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Stoner: "Manchmal war es zu hart"

21. Juli 2008 - 04:19 Uhr

Casey Stoner klagt nach der Niederlage in Laguna Seca über das Zweikampfverhalten von Valentino Rossi - Marco Melandri erneut im Pech

Casey Stoner
Casey Stoner rettete sich nach einem Sturz noch auf Rang zwei
© Ducati

(Motorsport-Total.com) - Hart gekämpft und doch verloren. Caesy Stoner fand sich im heutigen Rennen in Laguna Seca in einer Situation wieder, mit der er sicherlich nach den dominanten Leistungen im Training nicht gerechnet hatte. Es gab heftige Gegenwehr von Valentino Rossi, der das Tempo des Ducati-Stars überraschen mitgehen konnte. Die beiden lieferten einen herzerfrischenden Zweikampf ab, den man in der MotoGP-Serie in dieser Form schon lange nicht mehr gesehen hatte. Das Duell wurde acht Runden vor Schluss entschieden, als Stoner in den Kies rutschte.

"Ich bin nicht glücklich, weil ich einen Fehler gemacht habe und mich um die Siegchance gebracht habe. Aber auch wenn er ein tolles Rennen gefahren ist, so glaube ich doch, dass einige von Valentinos Manövern zu aggressiv waren. Wir können es nicht mehr ändern. Das Wichtigste ist, dass wir hier 20 Punkte mitgenommen haben. Nachdem wir schon abgeschrieben waren, gehen wir jetzt doch mit Titelchancen in die Sommerpause. Wir liegen 25 Punkte hinten. Das ist viel, aber in den verbleibenden sieben Rennen kann viel passieren. Die harte Arbeit von Ducati und Bridgestone hat sich ausgezahlt", fasste Stoner sein Wochenende vor dem Urlaub zusammen.

Viel mehr Grund zur Enttäuschung hatte wieder einmal Teamkollege Marco Melandri, der zwar phasenweise am Wochenende ein gutes Tempo zeigen konnte, aber es im Rennen mit einem kleinen Ausritt erneut verbockte: "Ich bin am Eingang von Kurve eins über irgendein Teil gefahren und meine Hand rutschte vom Lenker, daher konnte ich die Maschine nicht mehr abfangen. Meine Hand tat sehr weh und ich brauchte einige Runden, um wieder reinzukommen, weil ich anfangs nicht wusste, wie schlimm die Verletzung ist."

Melandri nun vor dem Rauswurf?

Marco Melandri
Die Tage von Marco Melandri bei Ducati scheinen gezählt
© Ducati

"Der Schmerz lies dann etwas nach, aber ich fuhr ganz allein ziemlich weit hinten. Ich bin enttäuscht, weil ich nach zwei oder drei Runden schon in einem guten Rhythmus war. Es ist eine Schande, weil wieder einmal die Chance auf ein gutes Resultat ruiniert war. Mir tut es für das Team leid. Die haben einen guten Job gemacht und hätten ein gutes Ergebnis verdient gehabt", fasste Melandri seine jüngste Enttäuschung zusammen. Der Italiener dürfte nach dem Abschneiden in Laguna Seca nun endgültig auf der Abschussliste bei Ducati stehen.

"Es war ein enges Rennen, toll anzusehen und vor allem der Beweis, dass in unserem Sport nicht alles von der Elektronik bestimmt wird", freute sich Teammanager Livio Suppo. "Die beiden Spitzenpiloten haben gezeigt, dass sie momentan allen anderen voraus sind. Dani (Pedrosa; Anm. d. Red.) gehört vielleicht auch noch zu diesem kleinen Club, aber er war leider heute nicht dabei. Nach drei Siegen von Casey in Serie, war es jetzt mal an Valentino und das ist auch fair so. Sicher ist allerdings, dass es nur Caseys Coolness zu verdanken ist, dass die beiden bei einigen heftigen Manövern von Valentino nicht abgeflogen sind. Nach unserer Ansicht hat Valentino da die Grenze manchmal überschritten."

"Leider machte Casey letztlich diesen Fehler, der ihn den Sieg gekostet hat. Solche Dinge passieren in der Hitze des Gefechts manchmal. Auf jeden Fall haben wir diesen Teil der Saison positiv abgeschlossen. Leider hatte Marco viel Pech. Das ist schade, denn er hatte einen guten Speed." Ob Melandri eine weitere Zukunft im Team hat, ist noch nicht endgültig entschieden. Fest steht jedoch, dass ihm die Ducati-Mannschaft ein Ultimatum zur Leistungssteigerung bis zum Laguna-Seca-Rennen gestellt hatte.