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Rallye-Reifen: Die Qual der Wahl

30. Januar 2007 - 16:55 Uhr

Rallye-Piloten müssen unter zahlreichen Varianten eine Auswahl treffen: Von Slicks über Teer- und Schotter- bis zu Spike-Reifen

Subaru Vorderreifen
Schwarz und rund und in vielen Varianten zu haben: der Rallye-Reifen
© pettersolberg.com

(Motorsport-Total.com) - Was will ein Rallye-Pilot wirklich sagen, wenn er erklärt, er habe zu harte Reifen gewählt? Was ist der Unterschied zwischen Teer und Schotter? Und warum ist es so schwer, die wirklich richtige Reifenwahl zu treffen?

Autofahrer wie du und ich haben es leicht: wir fahren im Sommer mit Sommerreifen und wechseln im Winter auf Winterreifen. Oder wir lassen gleich Ganzjahresreifen drauf. In der Rallye-WM ist das ganz anders: Die Piloten und Teams müssen sich zwischen unzähligen Typen die richtigen Pneus aussuchen.

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Bei Asphalt-Rallyes zum Beispiel stehen Slicks, Regenreifen, Intermediates und Schneereifen zur Verfügung. Während der Rallye Monte Carlo haben sich die meisten Piloten für Slicks entschieden.

Reifentypen müssen vorher festgelegt werden

12 Tage vor einer Rallye muss ein Team pro Auto 80 Reifen "nominieren", also festlegen und anmelden, welche Pneus zum Lauf mitgenommen werden. Dabei müssen viele Faktoren mit abgewägt werden: wie sind die Straßen beschaffen, wie werden die Temperaturen sein, wie viel Schnee und Eis wird es geben, wie rau ist der Asphalt?

Subaru-Pilot Petter Solberg zum Beispiel konnte vor der Rallye Monte Carlo zwischen sieben verschiedenen Gummimischungen bei den Slicks wählen. Und da kann es passieren, dass man eine zu harte oder zu weiche Mischung erwischt. Zwar sehen die Reifen alle gleich aus - schwarz und rund - aber alle verhalten sich unterschiedlich.

Da die FIA außerdem beschlossen hatte, dass die Super-Prüfung am Sonntag Morgen im Hafen von Monte Carlo mit Schneereifen gefahren werden muss, musste jeder Pilot acht Winterrreifen mitbringen. Diese waren von der Mischung her aber wieder anders als die, die in Schweden und Norwegen eingesetzt werden.

Große Unterschiede zwischen Teer und Schotter

Eine Teer-Rallye unterscheidet sich von einer Schotter-Rallye nicht nur durch den Straßenbelag, sondern auch durch die Geschwindigkeit. Auf Asphalt kann ein Pilot viel schneller in eine Kurve gehen als auf Schotter, dagegen kann er auf Schotter durch die Kurven rutschen. Das ist wegen der guten Haftung auf Teer nicht möglich. Der gesamte Fahrrhythmus ist also unterschiedlich.

Für viele Piloten ist es deshalb eine Herausforderung, sich auf Teer einzustellen. Wenn man dort den Grip verliert, landet man automatisch im Gebüsch, auf Schotter kann man das Auto noch abfangen.

Um den optimalen Reifen auszuwählen, muss man also sein Auto, die Pneus und die Strecken sehr gut kennen. Dazu muss man eine zuverlässige Wetterprognose haben. Ford-Pilot Marcus Grönholm zum Beispiel hatte für die Rallye Monte Carlo mit kühleren Temperaturen gerechnet und deshalb die falschen Reifen dabei.

Bei Überseeläufen wird die Sache noch komplizierter: Die Teams haben bereits jetzt die Reifen für die Rallye Mexiko ausgewählt und sie losgeschickt in Richtung Mittelamerika. Dieser Lauf findet allerdings erst im März statt, und wer weiß jetzt schon, wie das Wetter dort in sechs Wochen sein wird.

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