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Mehr Freiheiten für die WRC-Veranstalter

24. April 2008 - 12:46 Uhr

Das strikte Korsett soll gelockert werden: Künftig soll die Dauer von WM-Läufen variieren können, auch in Sachen Servicepark soll es mehr Freiheiten geben

Henning Solberg
Künftig soll es mehr Freiheiten in Sachen Dauer und Verlauf der Rallyes geben
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Klagen der WRC-Veranstalter über strikten Vorgaben bei der Organisation eines WM-Laufes wurden zuletzt immer lauter. Vor allem in Monte Carlo machte man keinen Hehl daraus, dass man gar nicht so böse darüber sei, 2009 keinen WRC-, sondern einen IRC-Lauf zu veranstalten. Denn so habe man die Freiheit, die Rallye Monte Carlo über mehr Tage als zuletzt zu führen und auch die berühmte "Nacht der langen Messer" wieder ins Programm zu nehmen.

Die Monegassen waren ohnehin Vorreiter in Sachen Aufweichung der Vorgaben. Eigentlich sieht das derzeitige Reglement vor, dass bei einem WM-Lauf an drei Tagen Wertungsprüfungen gefahren werden. Ausnahmen bilden da nur die Zuschauerprüfungen, die am Donnerstagabend gefahren werden. Sie werden aber dem ersten richtigen Rallye-Tag, also dem Freitag zugerechnet. Bei der Rallye Monte Carlo wurden in diesem Jahr erstmals an vier Tagen "richtige" Wertungsprüfungen gefahren. Ein Vorstoß, der künftig Schule machen könnte.

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Zwei, drei oder vier Tage

Denn Morrie Chandler, der Präsident der WRC-Kommission, hat angekündigt, dass es neue Freiheiten geben soll, wenn der Kalender ab 2009 nur noch zwölf Läufe pro Saison umfasst. Solange die grundsätzlichen Kriterien eines WM-Laufs erfüllt würden und die Gesamtdistanz der Rallye beibehalten werde, könne eine Veranstaltung über zwei, drei oder sogar vier Tage gehen, sagte Chandler im Interview mit 'wrc.com'.

"Die Rallye Monte Carlo ging in diesem Jahr über vier Tage und ich persönlich habe kein großes Problem damit."
Morrie Chandler

"Ab 2009 müssen WRC-Läufe nicht zwangsläufig über drei Tage gehen", sagte Chandler. "Die Rallye Monte Carlo ging in diesem Jahr über vier Tage und ich persönlich habe kein großes Problem damit. So lange das funktioniert, ist das kein Thema. Ich kenne einen Veranstalter der sagt, er könne die Rallye auch erfolgreich in zwei Tagen durchziehen. Wenn das möglich ist - wenn die Veranstalter damit genügend Werbung für sich haben, die Gesamtdistanz erhalten bleibt und die WRC sich ebenfalls ausreichend darstellen kann - sehe ich darin für niemanden einen Nachteil. Wenn wir den Veranstaltern diese Freiheiten geben können, ohne dass auf die Teams enorme Mehrkosten zukommen, sehe ich nicht viel Negatives."

Mehr Flexibilität soll es künftig auch in Sachen Serviceparks geben - möglich wird das unter anderem durch das neue technische Reglement, nach dem WRC-Autos bald aufgerüstete Super-2000-Fahrzeuge sind. "In dem die Autos weniger komplex sind, werden sie zuverlässiger und im Service kann und muss weniger gemacht werden", so Chandler. "Damit können die Veranstalter den Radius der Rallye weiter ausdehnen. Es liegt allein an den Organisatoren. Manche Länder wollen einen zentralen Servicepark, während andere denken, dass sie damit nicht in unterschiedliche Gebiete gehen können und es lieber anders machen würden."

Was tun mit den Klassikern?

Die neuen Kalender sehen nach derzeitigem Stand vor, dass 24 Läufe im Zweijahres-Rhythmus rotieren und somit pro Jahr zwölf Läufe gefahren werden. Es gibt aber auch zahlreiche kritische Stimmen die fordern, dass Klassiker wie die Rallye Monte Carlo jährlich stattfinden sollen. Dieses Thema werde derzeit noch ausdiskutiert, so Chandler. "Wir haben das erst einmal zur Seite geschoben, da es sehr schwer ist, zu entscheiden, welche der sechs oder acht Rallyes, die als Rückgrat der WRC betrachtet werden, jedes Jahr stattfinden sollen."

Sollte sich 2009 und 2010 herausstellen, dass das Rotationssystem doch nicht so funktioniert wie geplant, "dann haben wir alternative Pläne, auf die wir zurückgreifen können", sagte Chandler. "Eine Mischung aus permanenten und rotierenden Events oder ein vielleicht wieder etwas umfangreicherer Kalender wären dabei nur zwei der Optionen."

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