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Subaru: Neues Auto, altes Problem

27. Juni 2008 - 09:35 Uhr

Mit dem neuen Impreza WRC 2008 soll alles besser werden, doch Petter Solberg und inzwischen auch Chris Atkinson schimpfen weiter über die Stoßdämpfer

Chris Atkinson
Subaru wartet mit dem neuen Impreza WRC 2008 noch auf den Durchbruch
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der neue Impreza WRC 2008 wurde - vor allem von Subaru selbst - mit vielen Vorschusslorbeeren überschüttet. Der neue Bolide sei ein großer Schritt nach vorn, ein Siegauto, mit dem das frühere Weltmeisterteam an die alten Erfolge anknüpfen kann, begeisterte sich zum Beispiel Teamchef und Prodrive-Boss David Richards vor der Premiere des neuen Boliden.

Inzwischen ist das Team zwei Rallyes mit dem neuen Auto gefahren und betont immer wieder, dass man sich noch in der Lernphase befinde und Schritt für Schritt nach vorne machen müsse. Was bisher mit dem neuen Auto herausgesprungen ist, ist ein überraschender zweiter Platz für Petter Solberg in Griechenland und ein sechster Platz für den Norweger in der Türkei. Chris Atkinson, der mit dem alten Auto in dieser Saison immerhin viermal aufs Podium fahren konnte, verzeichnete mit dem neuen Impreza dagegen zwei Nullnummern inklusive vorzeitigen Ausscheidens.


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Rallye-Experte Armin Schwarz zog gegenüber 'Motorsport-Total.com' eine Bilanz der ersten beiden Läufe des neuen Subaru: "Griechenland musst du ausklammern, denn das war ein reiner Glücksfall", sagte er. "Ich denke auch, dass sich jeder klar darüber war, dass sie unter normalen Umständen - wenn sie die Splitzeiten und Sonderprüfungszeiten vergleichen - nicht dort hingehören, wo sie in Griechenland waren, dass sie nicht Zweiter werden können. Für mich ist das Auto so schnell wie das alte Auto, nur eben mit dem Vorteil, dass es noch mehr Potenzial hat, mit dem man entwickeln kann. Aber es ist sicher nicht schneller als das alte Auto."

Die Krux mit den Dämpfern

Das Grundproblem ist aber ein ganz anderes - und zwar ein altes, verrät Insider Schwarz: "Was ich von Petter Solberg und auch von Chris Atkinson weiß: Sie schimpfen beide über die Stoßdämpfer, dass das nicht funktioniert und sie auch überhaupt weit weg davon sind, dass es funktioniert. Ich denke, dass das ihr größtes Problem ist."

Wir erinnern uns: Schon seit der vergangenen Saison hatte Solberg Probleme mit den Dämpfern. Und irgendwann hat der Norweger auch kein Blatt mehr vor den Mund genommen und sich lautstark darüber beschwert. Noch in den letzten Rallyes mit dem 2007er-Impreza hatte er über sein Dämpferproblem geklagt und sich sehnlichst das neue Auto herbeigewünscht.

Beruhigungstaktik und Retourkutsche

Doch gelöst hat Subaru das Problem mit dem neuen Auto offensichtlich nicht. Wie kann so etwas passieren? Schwarz kann sich vorstellen, dass die Subaru-Ingenieure folgendes getan haben: "Der Druck von Petter ist vergangenes Jahr riesengroß geworden, deshalb hat sich das Engineering gesagt: 'Wir holen uns einen Testfahrer, der ist unabhängig. Wir entwickeln mit ihm und haben erst einmal wieder Ruhe.' Dann kommen sie mit einem Auto, von dem sie sagen, dass es wesentlich besser ist. Damit nehmen sie den Fahrern erst einmal den Wind aus den Segeln."

"Nur kommt jetzt die Retourkutsche, indem plötzlich beide Fahrer ins gleiche Horn blasen", so der Experte weiter. "Sowohl Chris als auch Petter sagen, dass die Stoßdämpfer nicht funktionieren und dass das Engineering das in den Griff bekommen muss. Nur: Das ist typisch Prodrive-Engineering. Die sagen: 'Wir sortieren das aus, macht euch keine Sorgen.' Aber beide haben Kopfschmerzen ohne Ende, wenn sie in dem Auto sitzen."

Es fehlt dem Team auch an Konstanz, es gibt zu viele Wechsel. Mit bestem Beispiel gehen Ford und Citröen voran, die beide seit langen Jahren ein eingespieltes Team haben und so erfolgreich sind. Bei Subaru dagegen gab es immer wieder Wechsel in der Führung. Dazu kommt, dass sich David Richards nicht ausreichend auf das Thema Rallye konzentrieren kann, denn Prodrive ist einfach zu groß und vielfältig geworden.

Für Prodrive ist der neue Impreza auch eine Art Bewährungsprobe, denn schon vor der Saison war in der Szene gemunkelt worden, dass Subaru in Japan allmählich wieder Erfolge sehen wolle und bald mit der Geduld am Ende sei. Wie lange wird sich Subaru das noch ansehen? "Das ist die Frage", erklärt Schwarz. "Wenn man sich bis zum Jahresende mit dem Auto nicht wieder auf einem Niveau bewegt, auf dem man wirklich vorn mitfahren kann, dann denke ich, wird man bei Subaru ernsthaft über die Zukunft mit Prodrive nachdenken."

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